Aicha

Name:
   Aicha

Geboren:
   18. November 1999

Gestorben:
   16. Februar 2012

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Am 08.09.2008 kamst Du zu uns, weil Deine ehemaligen Besitzer beschlossen, nach Afrika auszuwandern, anstatt die Zeit mit Dir noch bis zum Lebensende zu genießen.

Schnurstracks gingst Du zur Haustür, als wärst Du schon immer hier daheim. Wir freuten uns, dass Du unter dem Abschied nicht lange gelitten und Du Dich rasend schnell bei uns eingelebt hast. Du hattest einen riesigen Garten, den Du mit wildlebenden Kaninchen und Rehen, die uns immer wieder besuchten, gerne teiltest. Sogar den Igel, den wir bei uns überwintern ließen, fandest Du hochgradig spannend. Aber enttäuschst warst Du darüber, dass sich das Wild gar nicht mit Dir beschäftigen wollte. Dabei hast Du es doch sogar zum Spielen aufgefordert!

Eigentlich konntest Du keiner Fliege was zu Leide tun, es sei denn, ein anderer Hund betrat Dein Revier. Dann warst Du außer Rand und Band und hast geboxt. Dein Rasse-Name war Programm, wenn es darum ging, Haus und Garten zu bewachen. Du nahmst einfach Deine Pfote und knalltest Deinem Gegenüber eine! Manchmal fanden wir Dich ganz schön brutal, was das anging, obwohl nie etwas passiert ist. Immerhin: Den Respekt hast Du Dir sehr schnell verschafft, wenn Dir einer dumm kam. Du warst bei den wenigen Hunden in der Nachbarschaft doppeldeutig als Boxer bekannt.

Da wir beruflich kreativ waren, musste einer von uns Dich oft immer zurück lassen. Wenn unsere Sehnsucht nach Dir zu groß wurde, riefen wir einfach zuhause an und der Hörer wurde weiter gereicht. Wir konnten richtig mit Dir reden, Dir sogar Fragen stellen. So viele Zufallstreffer konnte es gar nicht geben, denn Dein Schnaufen sagte immer vielerlei aus. Und wenn einer von uns echt Mist baute, kam ein Pupsen im richtigen Augenblick. Zum Glück sind die Gerüche nicht übertragbar gewesen.

Im Herbst 2010 musstest Du dann operiert werden, weil einiges in Deiner Vorgeschichte reichlich daneben ging. Es war eine große OP und eigentlich, so kann man es schon fast sagen, war es eine Rund-um-Erneuerung. Was hatten wir für eine Angst um Dich, es fühlte sich so falsch an, ohne Dich die Tierarzt-Praxis zu verlassen. Aber so stolz standest Du dann da, als wir Dich wieder in unsere Arme schlossen. Mit erhobenem Haupt spaziertest Du raus, als hättest Du gerade eine Schönheits-OP bekommen und müsstest aller Welt zeigen, wie toll Du bist. Und das warst Du, für uns auf jeden Fall!

Im Sommer 2011 mussten wir leider dieses wunderschöne Zuhause verlassen, weil es verkauft wurde. Wir hatten uns gewünscht, wieder eine Erdgeschosswohnung für Dich zu bekommen, konntest Du doch langsam keine Treppen mehr laufen. Aber dann erinnerten wir uns, dass Du ja auch schon auf dem Weg zum Tierarzt Deinen ganz persönlichen Treppenlift hattest und so kam es, dass wir eine wunderschöne Dachgeschosswohnung mieteten und wir Dich einfach rauf und später runter trugen. Wie hast Du das geliebt! Am Anfang war es Dir hochgradig peinlich, dann stelltest Du die Gemütlichkeit fest und kuscheltest Dich beim Tragen an. Welcher andere Hund in dieser Größe konnte schon davon erzählen, so einen Luxus zu erhalten?!

Im neuen Zuhause bist Du dann in einem wahren Hundespielparadies gelandet. Es war perfekt. So viele Molosserartige waren in der unmittelbaren Nachbarschaft, besonders angetan haben es Dir die französischen Bulldoggen, auch wenn diese oft frech in Dein Gesicht sprangen. Wenn es Dir gereicht hat, hast Du wieder geboxt, aber sie hatten doch schon eine etwas längere Leitung. Deine besten Freunde waren Mopsi, ein Ridgeback-Dackel-Mix und ein Roddi. Vielleicht lag es auch mit an uns, da wir Dich immer zum Spielen mit anderen Hunden animierten, wir uns über jeden Hund freuten, der uns entgegen kam und Du Dich so uns angeschlossen hast, wenn die Mädels nicht gerade ihre Tage hatten.

Leider neigte sich Deine Zeit nach Weihnachten langsam dem Ende zu. Auf einem Spaziergang bist Du auf einmal bewusstlos umgekippt und der Tierarzt stellte fest, dass Deine Lunge angegriffen war. Nun musstest Du ein weiteres Medikament nehmen, bekamst schon längere Zeit Deine lebensnotwendigen Herztabletten. Damit ging es Dir wieder besser.

Am 16.02.2012 mussten wir Dich dann doch schon gehen lassen. Die Entscheidung trafen wir, weil Du uns das Zeichen gabst, dass Du zu schwach geworden bist. Das Futter hast Du ignoriert, bis auf den letzten gemeinsamen Abend. Da haben wir Dir noch mal einen richtigen Gaumenschmaus mit Würstchen gegönnt und Du hast es mit purem Genuss alles aus der Hand aufgefuttert. Während wir ansonsten Deine gesamte Zeit auf Deine Ernährung achteten, war es diesmal egal. Am nächsten Tag brachten wir Dich zum Tierarzt, doch schon auf dem Weg dorthin schautest Du schon für Minuten auf die andere Seite, Dein Körper war so müde, regungslos. Für uns kamst Du noch einmal zurück, bis Dein Herz in unseren Armen beim Tierarzt für immer stehen blieb.

Wir danken Dir für diese wunderschönen, fast dreieinhalb, Jahre, die wir mit Dir genossen haben. Für all die schönen Momente, die nur uns gehören. Und vor allem für Deine Liebe und Deine Comedy-Show, mit der Du uns immer zum Lachen gebracht hast, egal, was war.

Nun herrscht hier eine unerträgliche Stille. Das Wichtigste für uns fehlt und das warst Du. Du warst das Beste, was uns passiert ist und dafür wollen wir auch znb noch einmal DANKE sagen!

Fazit: Du warst für uns wie ein Kind, das Hund war, Hund blieb und Hund sein durfte. Und wie Heinz Rühmann schon sagte: „Natürlich kann man ohne Hund leben - es lohnt sich nur nicht.“

Julia & Maik

Du bleibst für immer in unserem Herzen.
Dort bist Du am besten aufgehoben,
da wird es niemals ein Grab für Dich geben,
dort lebst Du ewig.

(Julia Schwede)

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