Was wir uns wünschen:
− Hundeerfahrene Menschen mit Zeit, Herz und Verstand.
− Die Pflegestellen sollten sich mit dem Zusammenleben mit Hunden auskennen.
− Sie sollten bereit sein, physisch und psychisch kranke Tiere zu pflegen und sie wieder mit ins Leben zu
begleiten.
− Sollten Sie schon einen Hund haben, muss Ihnen klar sein, mit dem zweiten Hund wird alles anders.
Sie müssen zwei Hunde anleiten/führen, Gassi gehen usw.
Das bedeutet:
− Sie müssen den Hund zunächst einmal so nehmen wie er ist.
− Geduld, Respekt und Anleitung müssen für ihn vorhanden sein.
− Flöhe, Parasiten und Co. (innerlich wie äusserlich) und ggf. ein schlechter Allgemeinzustand dürfen Sie nicht
erschrecken.
− Sie sollten mind. 25 Jahre alt sein und bereits eine gewisse Lebensplanung haben.
− Als anbietende Familie sollten alle mit der Übernahme der Pflege einverstanden sein.
− Auch sogenannte Reisekrankheiten sollten Sie nicht schrecken.
Dies beinhaltet, dass keine Kinder unter 5 Jahren bei Ihnen leben sollten, auch immunschwache Menschen
oder schwangere Frauen kommen hierbei nicht in Betracht.
Was uns belastet:
− Leider hat uns die Erfahrung gelehrt, dass Pflegestellen bereits nach kurzer Zeit an ihren persönlichen Grenzen
angekommen sind.
− Wenn der übernommene Pflegehund nach und innerhalb kurzer Zeit wieder weg muss.
− Wenn es sich "plötzlich anders überlegt" wird...
Wobei wir uns immer bemühen:
− jederzeit als Ansprechpartner und mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.
− Entstandene Probleme mit lösen zu helfen, wenngleich wir noch nicht zaubern können.
− Sollte es Probleme geben - in der Pflegefamilie oder mit dem Hund - kurzfristig eine andere Pflegestelle zu
finden. Dies ist jedoch nicht immer innerhalb von 24 Stunden möglich, daher ist Überlegtheit bei allen
Beteiligten angesagt.
− Sollte es einmal tatsächlich überhaupt nicht passen, wird der Pflegehund in eine andere Pflegestelle verlegt,
oder kommt - bei verhaltensbedingten Auffälligkeiten - in eine Pensionsunterbringung, in der er mit fachlicher
Kompetenz begleitet wird.
Und wie geht’s dabei dem Hund?:
− Es sind gerade die schlimmsten Fälle die darauf angewiesen sind, lange in einer Pflegestelle zu bleiben.
Denn sie müssen oft erst wieder Stabilität und Vertrauen lernen – und das braucht Zeit.
− Häufige Wechsel der Pflegestellen sind für ihn schwer zu verkraften, und eine positive Entwicklung wird unter
Umständen stark beeinträchtigt. Eventuell entstehen durch unangemessenes Verhalten des Menschen noch
schwerwiegendere Schäden.
− Die Pfleglinge haben meist jedes Vertrauen in den Menschen verloren. Anfangs haben sie fast immer Angst
und durchleben Stress, sie sind verunsichert, und können den langen neuen Weg, der vor ihnen liegt, natürlich
nicht erkennen.
Was bedeutet das für Sie?
− Vor ihrer Ankunft wurden die Hunde meist weder sorgfältig aufgezogen, noch medizinisch adäquat versorgt.
− Auch die Erfahrung im "Rudel" mit Menschen zu leben ist oft wenig oder nicht vorhanden.
− Um das managen zu können, brauchen Sie Erfahrung, ein Höchstmaß an Geduld, und müssen sich Ihrer Rolle
als Rudeloberhaupt bewusst sein.
− Nur durch zuverlässige Anleitung und Führung kann das Tier lernen, uns künftig als Freund und nicht als
Gefahr einzuschätzen.
− Einfühlungsvermögen ("Lesen" des Hundes) und selbst klare Signale senden (körperlich und verbal) sind
hierbei zwingend notwendig.
− Jede Form von körperlicher Gewalt sollte von Ihnen abgelehnt werden. Das wird sie auch von uns...
− In jedem neuen Pflegling steckt ein neues Abenteuer.
− Wenn Sie bereit sind, sich an seiner Rettung zu beteiligen, braucht das Tier nicht Ihr Mitleid, sondern Ihre
Empathie und Sachkenntnis oder die Bereitschaft, sie zu erwerben.
− Oft verhalten sich die Hunde nicht entsprechend der mitgelieferten Auskünfte. Sie sollten sich vor
Überraschungen nicht fürchten...
− Konsequenz und Liebe sind auch hier die Zauberhilfen.
− Bedenken Sie bitte, jeder Hund ist so gut oder schlecht wie seine "Führung".
− "vorhandene" Artgenossenverträglichkeit, Katzenverträglichkeit, Kleintierverträglichkeit oder
Kinderverträglichkeit muss durch Sie adäquat angeleitet und begleitet werden.
− Wenn immer etwas nicht läuft, REDEN SIE MIT UNS!!! Nur wenn WIR etwas wissen, können wir entsprechend
handeln!
Und sonst noch?
− Für ältere oder alte Hunde sind wir oft die letzte Rettung vor einem elenden Leben oder Sterben oder der
baldigen Euthanasie.
− Diese Hunde bleiben meist lange in ihren Pflegestellen, oder es werden Dauerpflegeplätze daraus.
− Auch hier treffen wir auf die üblichen Schwierigkeiten und auf weitere, die bei alten Tieren entstehen können,
wie z.B. Arthrosen oder Inkontinenz.
− Auch hier brauchen wir Menschen mit einem grossen Herzen.
− Um eine gute Vermittlung sicherstellen zu können, sind wir auf eine ehrliche und umfassende Information über
das Tier durch Sie angewiesen.
− Dies gilt im Übrigen auch, sollten Sie den Hund nicht mehr in Pflege behalten können.
Organisatorisches:
− Die Pflegestelle sollte bereit sein, Futterkosten zu übernehmen, und den Hund abzuholen, Tierarztfahrten zu
übernehmen und - sollte der Hund sie verlassen müssen - ihn in die neue Pflegestelle zu transportieren.
− Wir werden dies über das Bilden von Fahrketten natürlich im angemessenen Rahmen halten.
− Zeit, Geduld, Respekt, Führungsbereitschaft im Umgang mit dem Pflegling aufbringen können.
− Der Verein übernimmt:
+ den Vorbesuch
+ die Haftpflichtversicherung
+ die Tierarztkosten nach Absprache oder im Notfall
+ das Eigentum, und alle damit verbundenen Pflichten, des Hundes.
+ die Vermittlung.
Ebenso können Sie auf Rat und Tat an Ihrer Seite bauen.
Wenn Sie Plattnasen lieben, mit all ihren molossoiden Eigenschaften, sind Sie bereit, dies ehrenamtlich mit uns zusammen zu leisten?
Zum Schluss noch was Menschliches:
− die Erfahrung lehrte auch, dass Loslassen immer wehtun kann.
Wir wissen das, denn wir haben es selbst oft durchlebt!
− Manchmal klappt das mit dem Loslassen nicht, und dann bleiben Pfleglinge oftmals in ihrer Pflegestelle.
Meist sind dann alle Beteiligten glücklich.
− Dort, wo der Pflegehund nicht bleiben kann und abgegeben wird, kann's mit dem Trennen auch manchmal
zuviel werden.
− Auch hier kann eine starke Gemeinschaft, der Dialog mit anderen Menschen, die alle dieselben Erfahrungen
vielfältig gemacht haben, hilfreich sein...